Das Tampon – ein Selbstversuch
Herr Bitchcock lernt auf einer Feier einen Polizisten kennen, der ihm von einem neuen Trend unter Jugendlichen erzählt. Um keine teuren Drinks in Clubs kaufen zu müssen oder um schnell sturzbetrunken zu werden (Stichwort: „Komasaufen“), gebe es ein neues Verfahren, welches sich vor allem unter jungen Frauen großer Beliebtheit erfreue. Sie würden sich in Alkohol getränkte Tampons in Vagina und After stecken, um über ihre Schleimhäute den Alkohol aufzunehmen. Herr Bitchcock beschließt einen Selbstversuch zu wagen.
Vorbereitungen
27.06. Mir geht die Tamponsache nicht mehr aus dem Kopf, von der mir der Bulle erzählt hat. Schon irgendwie abartig. Aber mal ehrlich, so krank und absurd das Ganze klingen mag, die Idee ist an und für sich nicht die Dümmste. Auf diese Weise finden keine Türsteher und keine Türsteherinnen den geschmuggelten Alkohol. Es scheint ein billiger und berauschter Abend gewiss. Ich frage mich ja noch immer ob das wirklich funktioniert.
02.07. Ich hab mit ein paar Leuten gesprochen und ein wenig zu dem Thema im Internet recherchiert. Es entspricht den Tatsachen, dass Alkohol über die Schleimhaut aufgenommen werden kann. Aber reicht die Alkoholmenge in einem Tampon tatsächlich für einen Rausch? Ich finde leider nicht sehr viel zu diesem Thema und die wenigen Quellen liefern keine eindeutigen Aussagen. Ein Erfahrungsbericht wäre interessant.
03.07. Das Ganze lässt mich nicht mehr los. Ich brauche Klarheit. Ich werde den Selbstversuch wagen und dem Gerücht der Alkohol-Tampons ein für allemal auf den Grund gehen. Wenn ein Indischer Guru seinen Penis auf einen Stock rollen kann, kann ich mir auch den Arsch mit einem Tampon entjungfern.
05.07. Phase I eingeleitet: den hochprozentigsten Alkohol, der im Laden zu haben war, gekauft [einen Absinth mit 55%Vol der Marke Tabu]. Er riecht als könnte man zur Not auch Pinsel damit reinigen. Zudem noch eine Packung der kleinsten Tampons, die ich finden konnte [O.B. Pro Comfort mini mit SilkTouch Oberfläche], Gummihandschuhe [Vileda Multilatex] und ein billiges großes Handtuch. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das ganze schmutzig werden wird.
05.07. Nachtrag: Vorsichtshalber eine Tube AQUAglide Gleitgel erstanden.
06.07. Phase II eingeleitet: für einen freien Tag im Terminkalender gesorgt [27.07.]; einen ungestörten Raum besorgt [Hotel Imperial, Zimmer 412] und den sauberen Organismus für ein optimales Ergebnis in Angriff genommen [Detoxing seit heute, 13:32 Uhr].
T-Day
Ich gratulierte mir noch einmal für die gute Vorbereitung, flüsterte „Lang lebe die Arschpopelsache“ und legte los.
Leider musste ich feststellen, dass die Tampons doch ganz erstaunlich aufquollen sobald sie mit dem Schnaps in Berührung kamen. Dazu wehrte sich mein Anus zuckend und (ver-)kneifend gegen das triefende Watteteil. Schon nach wenigen Versuchen war das Handtuch mit Alkohol getränkt und drei Tampons waren verschwendet. Zudem musste ich noch die ideale Körperhaltung zum Einführen ermitteln und mich dabei derbe verrenken.
Bis zum erfolgreichen Einführen des ersten in Alkohol getränkten Tampon [kurz: Tampohol] dauerte es 20 Minuten, kostete 30 cm Bindfaden und bedurfte einer lockernden Aftermassage.
Dann lag ich da. Nackt. Beschämt. Mit einem Tampohol in meinem Arsch. Und ich fragte mich zum ersten Mal ernsthaft, wie bescheuert man eigentlich sein kann. Ein neuer Tiefpunkt meines Lebens und für die Wissenschaft. Nach drei Minuten fühlte sich mein Enddarm an wie nach fünf Tagen Durchfall. Nach zehn Minuten brannte es wie das Fegefeuer und ich beschloss das Experiment abzubrechen. Das Brennen war unerträglich und ich kam mir einfach zu erbärmlich und primitiv vor. Dennoch glaubte ich tatsächlich leichte Symptome eines Rauschs zu spüren. Kam es vom Tampohol? Oder kam es eher vom Alkoholdunst, der von der durchtränkten Unterlage aufstieg? Ich roch wie in Alkohol gebadet. Aber war es das Wert? Eigentlich hatte ich vor, direkt nach dem Versuch in ein Krankenhaus zu fahren, um anhand einer Blutanalyse meinen Blutalkohol ermitteln zu lassen. Doch in Anbetracht dessen, wie unerfreulich das Experiment verlaufen war, beschloss ich mir das Geld zu sparen, warf das Handtuch in den Müll und ging mit der Flasche in der Hand unter die Dusche.
Herr Bitchcocks Fazit
Ziemlich für den Arsch die Sache. Der Aufwand ist zu groß und der Effekt viel zu klein. Also Jungs, zumindest bei mir war die Sache wirklich nix. Was die Muschiflora von solchen Angriffen hält, weiß ich leider, mangels Geschlecht, nicht. Euch trotzdem viel Spaß beim Ausprobieren.
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Herr Bitchcock schrieb im CRAP-MAGAZINE zuletzt über LPDs und Fette. Seine bahnbrechenden Artikel und Kommentare machen ihn zu einem unverzichtbaren Mitglied der CRAP-MAGAZINE-CREW.
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