Heute: Fette

Ich stehe gerade vor dem Tiefkühlregal in der Filiale einer großen Discounterkette, und überlege, ob ich mir als Beilage für mein Abendessen lieber Spinat oder Rosenkohl mit in den Einkaufswagen lege. Plötzlich fällt ein Schatten auf mich. Ich werfe einen Blick zur Seite und sehe einen Berg lebendiges Fleisch, eingehüllt in Hosen, die ich bequem als Zelt hätte verwenden können und die dennoch viel zu eng an diesem Fettsack aussehen. Das unförmige Etwas entpuppt sich bei genauerem hinsehen als ein – ich muss aufpassen das mir nicht ein wenig Kotze hoch kommt – unansehnliches menschliches Weibchen mittleren Alters, das gerade versucht einen Achterpack tiefgekühlter Hamburger aus dem Gefrierfach zu nehmen. Es stöhnt und ächzt, und man glaubt es kaum, es schwitzt sogar, obwohl die Tiefkühltruhen die Umgebungstemperatur auf frische 10 Grad über dem Gefrierpunkt herunter kühlen. Nun ja, es ist eben gar nicht so einfach, einen für „normale Menschen“ unproblematischen Handgriff auszuüben, wenn einem dabei die eigenen Fettringe behindern, als hätte man sich drei LKW Reifen übergeworfen. Yeah, die neue Bibendum-Kollektion ist angekommen. Ich beobachte das traurige Schauspiel noch einen kurzen Augenblick und kämpfe mit dem in mir aufsteigenden Ekel, bevor ich den tiefgekühlten Blattspinat in meinem Einkaufswagen versenke, dicht an diesem nach Hamburgern angelnden Jabba the Hutt vorbei steuere und leise sage: „Hmm, lecker Junkfood, damit ich noch fetter werde und mich bald gar nicht mehr bewegen kann!“. Nicht laut, aber doch laut genug damit die akustischen Schallwellen meines zynischen Kommentars auch das verfettete Gehör dieses unförmigen Zellhaufens erreichen. Nach ein paar Schritten blicke ich nochmals über die Schulter zurück und fange einen leicht entsetzten Blick ein, der mir aus kleinen Schweinsäuglein zugeworfen wird. Ich setze meinen verachtendsten Gesichtsausdruck auf und verkneife es mir gerade noch rechtzeitig, angewidert auf den spiegelnden Granitboden des Supermarktes zu spucken. Dann gehe ich in aller Ruhe weiter, tue so als ob nichts gewesen wäre und denke dabei an Dicke von Marius Müller Westernhagen. Wie Recht der Mann doch hat.

Mein Tag ist vorerst gelaufen, ich fühle mich optisch angegriffen, am liebsten würde ich mir sofort die Augen auswaschen und irgendwie die Erinnerung an den Anblick aus meinem Gedächtnis löschen. Mich wundert, dass DIE kein schlechtes Gewissen haben, so wie DIE den Rest der Bevölkerung mit IHREM Anblick provozieren und beleidigen. Ich meine, gegen ein paar Kilo zu viel hat ja niemand was, solange man wenigstens seine eigenen Eier noch sehen kann. Mit DIE meine ich natürlich Menschen mit hundertfünfzig, hundertachtzig oder gar zweihundert Kilos und mehr. Ich rede von Männern, deren Fettschürzen weit über die verkümmerten Geschlechtsorgane hängen. Ich rede hier von Frauen, die ihre zentnerschweren Schenkel bei jedem Schritt aus der Hüfte nach vorne wuchten müssen, wie ein ungelenkes Etwas, die Beine verkrümmt unter der Last des Gewichts. Und ich rede von fetten Kindern. Wie ich diese kleinen aufgequollenen Monster hasse. Und der absolute GAU offenbart sich mir in der Kombination fette Eltern / fette Kinder. Wer hat euch das Recht gegeben, solche Gene weiterzugeben?

Fragte ich letztens eine ca. 185kg schwere Mutter, warum sie ihrem stark übergewichtigen Kind schon die dritte Bockwurst mit Senf kauft. Ob sie denn nicht sehe, dass ihr Sohn schon fettleibig wäre, und ob sie denke, dass er so ein besseres Leben vor sich hätte.  „Er isst halt so gerne!“ war ihre rührselige Antwort. Das erklärt natürlich alles.  Die Muttersau verhätschelt ihre Ferkel.

Fakt ist, das eine fette Gesellschaft, die sich mit Vorliebe vor Massenverdummungswaffen wie Fernsehen oder Internet aufhält und sich dabei bis zum Bersten fett futtert, niemandem gefährlich werden kann.  Würden die Fetten nicht so unverschämt meinen Blick für Ästhetik in der Welt stören, könnte es mir egal sein, wenn sie in ihren Höhlen verrotten. Aber leider gelingt es diesen immobilen Kaloriensilos mit ihren bequemen Hilfsmitteln (Auto, Rolltreppe, Fahrstuhl, Segway…) die Welt zu erobern. Ich verfluche die Pharmaindustrie und ihre Bluthochdruck Medikamente und die ganzen medizinischen Fortschritte, welche WIR aus der Gemeinschaftskasse bezahlen, damit DIE mobil genug sind um zu konsumieren. Was ich wirklich vermisse und mir sehnlichst wünsche, ist die Rückkehr der natürlichen Auslese.

Ihr Fetten hättet nicht die geringste Chance.  Ihr kotzt mich an!

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Herr Bitchcock schreibt an dieser Stelle über alles und jeden, das sein cholerischer Blick streift.






 
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5 Comments

  1. ayna
    02.04.2011 17:40

    fettauflauf für 2

    – backtaugliche form mit butter bestreichen
    – pfund vorgekochte nudeln mit je mind. 300g gouda (und/oder anderem hochfettigem käse) schichten
    – lücken mit sahne (+ salz, pfeffer etc., tausend knoblauch) füllen
    – 2 mozarella als abschluss
    – in den ofen bis der käse gefällt
    – essen

    – + schnaps

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  4. MIchaelD
    14.01.2014 16:54

    Beifall, ganz ganz laut und lange. Ach was, standing ovations bis zum Einbruch der Dunkelheit.
    Ich warte auf den Tag, wo die political correctness uns mit einer liebreizenden Wortkreation auffordert, diese fetten genetischen Abfallhaufen auch noch lieb zu haben. An diesem Tag nehme ich mit meinem Wikingerhelm auf dem Kopf und dem Filetiermesser in der Hand eigenhändige Fettabsaugungen vor. Für Sterilität kann ich nicht garantieren.

  5. 19andi85
    06.07.2014 21:09

    Ich bin 1,90 gross und wiege ca. 72 kg, also gleich mal im vorraus, ich fuehl mich von dem “artikel” nicht angesprochen, aber trotzdem find ich’s echt brutal, wie menschenverachtend der typ schreibt.
    Selbstversuche mit alktampons unternehme aber ueber dicke auskotzen. Wer der mist mit dem absinth schiefgegangen, was haette das denn bitte gekostet!?

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