Ficken oder Ficken lassen (?)

Wer kennt nicht das nagende Gefühl, nach einer langen Beziehung endlich wieder belanglos ficken zu wollen? Ohne Gefühle. Ohne Gedanken. Ohne morgen. Nie wieder verletzlich zu sein. Nie wieder zu verletzen.

Und dann ist er da, der Kerl, mit dem es funktioniert. Als ich ihn zum ersten Mal sehe, verdreht er nicht wie alle anderen die Augen, als ich mich beim Tanzen öffentlich zum Affen mache, sondern prostet mir zu und will mich kennenlernen. Das Schöne ist, dass mir sowohl das Augenverdrehen, als auch das Kennenlernen inzwischen völlig egal geworden sind. Nach diversen Bieren und Gin Tonics gibt es nur noch mich und die Musik. Er und ich legen ohne großes Gerede einen netten Trockenfick aufs Parkett. Nachdem er dann aber ständig ins Gespräch kommen will, ist meine Gin Tonic-duselige Laune erstmal dahin und ich gehe eine rauchen. Also Fluppe raus und da ist er schon wieder. Er ist alternativ gut aussehend, klug, hat einen tollen Job. ABER: er labert. Ich frage mich, ob mich das früher gestört hätte, aber sämtliche Erinnerungen sind mit dem Schlussstrich der Beziehung auch irgendwie abhanden gekommen. Keine Ahnung. Der Kerl schwafelt ohne Unterlass. Ich ziehe ihn wieder auf die Tanzfläche. Aber auch hier haucht er mir immer wieder süße Worte ins Ohr und ich werde langsam wirklich genervt. Also muss ich wohl direkter werden. Nach dem Versuch >>Ficken?<< ähnlich klebrig und süß zu hauchen wie er, zieht er mich ins Taxi und küsst mich wild und verlangend. Gut, könnte was werden. Im Treppenhaus gehe ich aber lieber auf Nummer sicher. Nach diversen miesen Erfahrungen in der letzten Zeit tut es gut, seinen heftig erigierten Schwanz zu fühlen, groß und hart.

Alles klar! Die vier Stockwerke nach oben sollten sich lohnen. Und tatsächlich, der Moment, als sein Schwanz in mich eindringt, ist wie ein Feuerwerk. Scheiße, fühlt sich das gut an! Sein Bett scheint extra so konzipiert zu sein, dass man wirklich mal alle denkbaren Stellungen durchvögeln kann. Nette Sache, auch wenn man sich dabei ein bisschen wie im Sportunterricht fühlt. Während er recht gekonnt vögelt, danke ich erneut dem Gin Tonic, der mich so entspannt macht. So entspannt, dass ich mich einfach nur zurücklehne und genieße, bis er mir auf den Hintern haut und irgendetwas Dämliches sagt, was sich wohl versaut anhören soll. Oh je, nachdem wir alle Stellungen durchhaben, meint er wohl, dass Dirty Talk abgehakt werden sollte. Das wird langsam etwas anstrengend und lästig. Da hat er diesen wahnsinnig geilen Schwanz, aber er muss schon wieder labern. Also halte ich ihm seinen Mund zu und versuche zu lächeln, während ich sage: >>Fresse halten und ficken.<< Er grinst wie blöd und ich schließe die Augen, um wieder zu dem Gin-duseligen Entspannungsort zu kommen. Ich treibe wie auf Wolken und er stößt in mich, was mir jedes Mal einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Sein Schwanz fühlt sich sooo gut in mir an. Ich will niemals wieder etwas anderes tun, als ihn ficken. Jäh erwache ich aus dieser Trance, als er wieder auf meinen Hintern haut und etwas sagt, dass sich wie >>geiles Stück<< anhört.

Mannmannmann, der lernt es nie. Genervt schaue ich auf die Uhr und stelle fest, dass wir schon seit zwei Stunden ficken. Meine Pussy fühlt sich müde und wund an. Ich stehe auf und ziehe mich an, während er die Welt nicht mehr versteht. An der Tür drückt er mir seine Visitenkarte in die Hand und flüstert mir zu, ich solle mich doch bitte melden, er finde mich so heiß. Hätte mir der Blick auf seinen immer noch harten Schwanz nicht so viel Freude bereitet, hätte ich die Karte sofort weggeschmissen. Eine Visitenkarte nach dem Sex, ähem. Und trotzdem, als ich dann im Taxi sitze und nach Hause fahre, vermisse ich ihn fast schmerzlich. Diesen Wahnsinnsschwanz! Ich steige aus dem Taxi, zahle und lasse währenddessen die Karte fallen. Die Stufen bis zu meiner Wohnung erscheinen unendlich. Schließlich liege ich in meinem Bett, allein. Ich schließe die Augen und fühle den Schwanz noch immer in mir. Die Frage, ficken oder ficken lassen, stellt sich mir nicht mehr. Mit einem Mal fühle ich nur noch Einsamkeit, alles wird schwarz um mich und ich schlafe erschöpft ein.

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Claudia Christ, Singel, neuerdings aus Leidenschaft, schreibt für das Crap-Magazine über den alltäglichen Kampf ums Überleben in einer globalen und fruchtbaren Welt. Ihre authentischen Berichte treiben nicht nur uns regelmäßig Tränen in die Augen.






 
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7 Comments

  1. Pingback
  2. Anne
    06.08.2011 20:11

    Klasse, endlich mal eine andere Perspektive. *laber laber*

  3. Pingback
  4. Streichellippe@joyclub
    07.09.2012 00:22

    Geiler Bericht. Die Frau will ich auch mal treffen, und ich würde garantiert die Klappe halten können.

  5. todesschnitzel
    07.09.2012 15:01

    wurmgott ist in einem schlafsack gefangen wurmgott will befriedigt werden ihr schlampen

  6. vanhutten
    27.11.2013 08:45

    cooler bericht aus der sicht einer “FRAU”

  7. Toredo
    16.12.2013 17:50

    Ekelhafte Schlampe

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