Ask the H-Dude

Exklusivinterview mit Bruno Bronko

Bruno Bronko (32) war bis 2010 heroinabhängig und das 14 Jahre lang. Mit 18 hat er angefangen Blech zu rauchen und ab 1998 dann zu spritzen. Sein durchschnittlicher Konsum lag bei zweieinhalb Gram pro Tag, was über die Zeit verteilt ca. 13 kg Heroin ausmacht. Er hat über 30 Entzüge hinter sich, gut ein Drittel davon in Klinken – den Rest zuhause. Sein gemessener IQ beträgt 104.

Crap-Magazine: Ganz zum Einstieg: Verändert sich die Kacke wenn man auf H. ist?

Bruno Bronko: Ja.

Und in welche Richtung?

Hart.

Wie jetzt hart?

Also die Kacke ist richtig hart, Mann. Du musst dir diesen Köttel [deutet auf Typ2 des Bristol Stool Chart] vorstellen und den musst du dir jetzt vorstellen als solchen Köttel [deutet auf Typ1] aber nicht so kleine Köttel wie auf dem Bild. Also so Köttel [Typ1 des Bristol Stool Chart] ja aber alle zusammengenommen alle sind grade einmal ein Köttel, verstehst du?

Ja klar, du meinst die Teile sehen aus wie Typ 2 [Sausage-shaped but lumby] werden aber dann wie der Typ 1 [Separate hard lumps, like nuts (hard to past)] ausgeschieden und sind schlichtweg riesig.

Genau.

Wie ist das eigentlich? Bei Speed und anderen Amphetaminen gibt’s ja nen kleinen Pimmel, in der Fachsprache auch Spimmel genannt. Ist da auch was Vergleichbares bei H?

Ähm nö, da ist es ganz normal entspannt. Naja außer das Kacken, halt. Opiate sind darmlähmend, also da kommt’s schon mal vor, dass du elf Tage nicht aufm Klo warst.

Elf Tage?

Ja es gibt sogar Leute die haben das länger geschafft. Das musst du dir vorstellen. Du bekommst dann so ne Art Zahnpastatube, nur kürzer aber mit einem Schnabel  und den drückst du dir hinten rein. Abdrücken und Zukneifen. Und ich sag dir, nach nur einer Minute denkst du Boh ej! Brutal, du aufm Klo und dann so echt ahhhhhhahhhh!!! [schreit] und irgendwann kommen echt so krasse Dinger raus und du hast Blut am Papier! Und das ist nicht nur mir so gegangen. Das Zeug ist so hart, da ist nichts mehr am Papier, also keine Schmiere oder irgendwas, nur halt Blut.

Ok, gross. War Marihuana auch deine Einstiegsdroge?

Ja, ja, ja, [kurze nachdenkliche Pause] ja! Ja das war das erste was ich g’macht hab. Ja mit 12 zum Kiffen ang’fangen. Und dann ist irgendwann mehr ’kommen.

Mal ehrlich, H die geilste Droge?

Ja!

Wirklich?

Ja!

Auf einer Skala von 1 – 73 wie langweilig muss einem sein, dass man sich eine scheiß Nadel in den Arm steckt?
Ähm, das hat nichts mit langweilig zu tun, das ist einfach, das Beste, also wenn du das einmal gemacht hast, dann ist das nicht Langeweile sondern das ist einfach der beste Turn und du kriegst nie mehr einen besseren Turn und du rennst immer dem hinterher.

Und wenn du es mit der Skala versuchen würdest?

Dann natürlich 73!

Was fällt dir zum Stichwort Hauptbahnhof ein?
Beschissenes Straßenzeug, aber ich hab viel Geld dort verdient. Mein Lieblingsspruch: Sieht aus wie’n Fuffi, prellt wie n Zwanni, kost aber n Hunni. Du musst das nur schneller sagen. [schneller:] Sieht aus wie’n Fuffi, prellt wie n Zwanni, kost aber n Hunni, older man eh! Haha! [alle lachen]

Thema Mischkonsum?

Ich bin polytox also hab ich immer Mischkonsum.

Ist das zu empfehlen?

Wenn man weiß wie man damit umgehen kann, ist es ok, sonst wird man nicht alt.

Stichwort Nadel teilen.

Würde ich nicht machen.

Und Beschaffungskriminalität?

Das geht mit sich, wenn man auf Heroin ist, anders ist das nicht möglich.

Du warst ja jetzt ne Weile im Knast – konntest an deiner Technik feilen?

Ähm, an was für ner Technik? Geht’s immer noch um Droge, oder was?

Naja wir wollten dich nach dem Knast fragen. Hast du irgendwas gelernt, während deiner Zeit dort?

Ähm, gelernt habe ich, am besten das Zeug nicht mehr anlangen, sondern, wenn halt nur noch ein Geschäft damit machen.

Und Sachen verstecken, kannst du das jetzt besser?

Ne, das hab ich davor schon super gekonnt.

Ja und irgendwie sneaken und auf den Gängen entlangschleichen, irgendwas was du da drinnen verbessern konntest? Irgendwas?

Naja, ich hab mich lange nicht mehr so durchbeißen müssen am Anfang. Ich hab das ja jetzt jahrelang nimmer so gehabt, aber da hat des halt wieder angefangen, dass man sich so durchbeißen muss.

Jetzt haben wir ja so viel über Drogen geredet. Juckts wieder?

Ich würde sagen, es gibt in der Woche denke ich mindestens, also mindestens zehnmal denk ich dran in ner Woche.

Es juckt also ordentlich?

Das hört auch nie mehr auf!

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Das Interview führen D&D. Hast auch du Fragen an den H-Dude. Schreibe an H-Dude@crap-magazine.com






 
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2 Comments

  1. more crap
    08.04.2011 08:54

    “Beifall für die Erfindung des Heroins!!!” Interview mit Pete Townshend

  2. Pingback

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