“Terryworld” von Terry Richardson

Noch kein Weihnachtsgeschenk? Das CRAP-MAGAZINE hat da was für Dich ausgegraben. Dieser Bildband darf unter keinem Baum fehlen und kostet gerade mal läppische 14,99€.

Ugly Is The New Beautiful

Es macht einfach Spaß diese Bilder anzuschauen, vor allem mit anderen und ganz besonders, wenn sonst nicht viel geboten ist (Weihnachten). Da ein steifer Schwanz, dort eine pissende Muschi hier ein Kerl in Frauenkleidern und zwischen drin ganz normale Leute wie Du und ich. Terry Richardson hat es einfach raus, Leute so zu fotografieren, wie sie sind. Brachial, hässlich, abstoßend und dennoch wunderschön. Das ist das wahre Leben, das wahre Amerika. Die Kehrseite der Upper Middle Class und allem was darüber kommt. Das ist Trailerpark US. Das ist die nackte Wahrheit.

Quelle: Taschen 2004


Terry Richardson ist Sohn eines bekannten Modephotographen (Bob) und einer Tänzerin (Norma). Er wächst in New Yorks und Hollywoods Jetset auf, bis seine Eltern sich scheiden lassen und er mit seiner Mom nach Woodstock zieht. Nach einem tragischen Verkehrsunfall sind seine Mutter und Terry von Sozialhilfe abhängig. Sozusagen vom Millionär zum Tellerwäscher. Terry nimmt Drogen (erst Gras, dann Heroin) und spielt in Punkrockbands. Zur Photographie kommt er in Hollywood durch Aushilfsjobs bei verschiedenen Fotographen. Er sieht sich seine Arbeitgeber genau an und folgert dann treffend: „I could do this, too. These guys suck and make a lot of money and have houses and all.“

Quelle: Taschen 2004


Sein Vater wird auf ihn aufmerksam und die beiden Gründen eine kleine Firma zusammen. Eines Tages, bei einem wichtigen Shooting, kommt es zum Bruch mit Richardsons Vater. Terry will seinen eigenen künstlerische Wege gehen und das Shooting in seinem Style schießen. Mit dieser Kampagne gelingt Terry der Durchbruch in der Branche.

Quelle: Taschen 2004


Wie es dazu kam, dass Terry immer wieder nackt in seinen Werken auftaucht ist bestechend einleuchtend: „When I started doing nudes, I’d ask girls if they’d take their clothes off and they’d be like, ‘Well, you take your clothes off!’.“

Terry Richardsons Style ist direkt, ungeschönt und explizit. Die Bilder wirken oft wie Schnappschüsse des realen Lebens. Obwohl Terry für die Modebranche oft Models fotografiert, sind sie in Terryworld eher die Ausnahme. Die Objekte treten, obwohl oft verkleidet und posierend, völlig natürlich auf und scheinen dem Betrachter sagen zu wollen: „Schau her, das bin ich, das ist mein Leben und I fucking don’t care what you think!!“ Die Bilder sind inspirierend und das Beste, sie sind überaus witzig.

Quelle: Taschen 2004


Wer Terry Richardsons Werk noch nicht kennt, ist mit diesem Bildband bestens beraten und wer etwas Gehaltvolles und Unterhaltsames verschenken will sollte unbedingt die einschlägigen Onlineshops besuchen.

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Mehr Buch-Rezensionen:
The Zombie-Survival-Guide von Max Brooks
Die Dunkle Materie von Florian Werner

Text: Daniel Mihajlovski

Quelle: Taschen 2004: www.taschen.com
Offizielle Website: www.terrysdiary.com
Terryworld bei Amazon: www.amazon.de



 
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