Von Sitzpinklern und Morgenlatten

Es ist eines dieser Probleme, die es nur in der Männerwelt gibt.
Man wacht morgens auf und sein bestes Stück präsentiert sich schon beim ersten Wimpernschlag in seiner ganzen Pracht. Mit prallgefüllten Schwellkörpern drückt Er gegen den Stoff der Kleidung und drängt sich jedem geradezu auf, so als rufe er „Guten Morgen hier bin ich, gebt mir eine Aufgabe!“.

Ja, so eine Morgenlatte kann schon etwas Herrliches sein.
Vor allem dann, wenn man neben einer Frau aufwacht die dieses männliche Anhängsel durchaus zu schätzen weiß. Doch ist ein Ständer am Morgen keinesfalls nur ein Segen. Wenn überhaupt möchte ich behaupten, die Morgenlatte ist Fluch und Segen zu gleich. Und auf den Fluch möchte ich heute etwas genauer eingehen. Versetzen Sie sich zum Beispiel einmal in die Lage eines Jungen, der im Achtmannzelt eines Ferienlagers mit einer enormen Erektion aufwacht. Oder stellen Sie sich vor, Ihr Haus brennt und Sie müssen von verdutzt-schauenden Feuerwehrleuten hinausgetragen werden.

Oder pinkeln Sie doch mal mit einem Ständer!
Der moderne Mann, der sich zumindest im häuslichen Bereichen als sogenannter Sitzpinkler behauptet, stößt beim morgendlichen Wasserlassen nämlich auf erhebliche Probleme, die ihm die Morgentoilette dank Morgenlatte zur Qual machen. Das beginnt schon gleich wenn der ganze Mann aufsteht. Er steht ja schon. Es soll schon Fälle gegeben haben, bei denen der Schwanz die Pyjamahose gesprengt hat, als der Mann die Beine aus dem Bett schwang. Mal abgesehen von Alimentenzahlungen ist dies einer der seltenen Fälle in denen ein Schwanz finanziellen Schaden anrichten kann. Wenn der schlaftrunkene Kerl dann in Richtung Toilette schlurft, bleibt er schon mal beim Öffnen der Tür mit seinem Gemächt beinahe an eben diesen hängen. Folge sind oft ungeschickte Ausweichmanöver, welche in angestoßenen Zehen und ähnliche kleine Pannen (eingerissene Nägel, platte Nasen, dicke Lippen) resultieren. Und das Ganze noch bevor er überhaupt die Toilette betreten hat.

Bei der Kloschüssel angekommen, wartet dann die genitale Befreiung in zweifacher Form. Zuerst die äußere Befreiung, bei der das steife männliche Glied von der umgebenden und beengenden Kleidung befreit wird. Und dann die innere Befreiung, bei der der innere Druck sich gleichsam der Blase entleert. Ein herrliches Gefühl.

Doch halt!
So einfach ist das eben dann doch nicht. Schon beim Setzen macht Er wieder Probleme. Gäbe es die Morgenlatte nicht, würde das Glied von der Schwerkraft nach unten gezogen in die Schüssel hängen, aber stattdessen steht es stolz und stramm nach oben. Je nach Beschaffenheit, bezogen auf Länge, Durchmesser, Härte- und Krümmungsgrad der Erektion, braucht es oftmals ein gewisses Maß an Gewalt und Geschick um den Schwanz, vorbei an der Klobrille, in die Schüssel zu zwingen. Hat man dies dann geschafft, drückt der Penis geradezu schmerzhaft von unten gegen das harte und kalte Material der Brille. Noch schlimmer offenbart sich die Problematik der abgeklemmten Harnröhre. Es brauch schon einige Anstrengung, um den dickflüssigen Urin aus der Blase, durch die Harnröhre in Richtung Mündung an der Eichel zu pressen. Hat man das dann geschafft, stellt sich endlich das befreiende Gefühl des Druckverlusts ein.

Männer aufgepasst.
Nicht selten kommt es vor das sich eure steifen Schwänze als erstaunlich zielsicher erweisen, und es fertigbringen genau zwischen Klo und Klobrille hindurch zu pissen. Die Links- und Rechtsträger laufen hierbei zudem Gefahr sich buchstäblich selbst ans Bein zu pinkeln.

Also immer vorsichtig sein, und das beste Stück trotz allem Schmerz im Schaft lieber mit der Hand weiter in die Schüssel drücken.

Und noch eine Anmerkung zum Schluss:
Mit zunehmendem Alter lässt sowohl die Häufigkeit der Morgenlatte als auch ihr Härtegrad nach und obwohl sie einigen Ärger mit sich bringt, empfehle ich sie so lange Ihr könnt zu genießen. Denn eines Tages steht nur noch Ihr morgens und sagt: „Komm raus, Du brauchst nur Pippi machen:“

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Herr Bitchcock testete zuletzt für das CRAP-MAGAZINE was es mit in Alkohol getränkten Tampons – kurz Tampohols – auf sich hat.



 
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